Purgatorio Interferenza Mai 2016

Die Multimedia-Installation setzt sich mit dem „Purgatorium“ (Fegefeuer) auseinander – in aufstrebenden, nach oben gerichteten und an farbliche Interferenzmuster angelehnte Formen, die dem „bergaufgerichteten Weg der Läuterung am Läuterungsberg“ folgen und in Verwandtschaft mit der Organik des Feuers stehen, schließlich in deren Abstraktion sowohl auf der visuellen als auch auf der auditiven Ebene weiterentwickelt.

Im Zentrum des Gewölbekellers im Stadtmuseum Erfurt quer zum Eingang steht das gemalte Portrait des Dante Alighieri, auf welches man direkt zuläuft. Im rechten Teil des Tonnengewölbes befindet sich das Kernstück der Installation. Sie trägt die Eigenschaften eines altarhaften Triptychons recht und links von der Video- und Filmebene stehen zwei Gemälde – in purpur-interferenten Farbbalken installiert. Die Filmebene besteht aus einer 3-Ebenen-Projektion mit einer Videosequenz, welche durch perforiertes Material auf diese Ebenen projiziert wird und somit interferent auf jeder Ebene abgebildet wird.

Inhaltlich zeigt die Projektion die Formenweiterführung mit menschlichen (weiblichen) Körpern. Interferenzen & Farbbalken erscheinen über Bewegungen menschlicher Körper. Die aufgezeichneten Choreografien befassen sich mit zwei Bewegungsfolgen, die zwischen den Impulsen des „Nachobenstrebens“ der Läuterung und dem versuchten Verdrängenwollens von Gewesenem pendeln. Audiosequenzen erzählen über Sprache italienische Originaltexte des Purgatorio und mischen sich mit Klangteppichen und sphärisch-zugesetztem Rhythmus.