Ausstellung TRASHINFERNO in der Frankfurter Westend-Galerie Okt 2017

Lerz & Olafson stehen für Kunst und Aktion im öffentlichen Raum (Oktogon für Luther, Klangcontainer). Seit 2014 befassen sie sich nun mit dem fast universalen Thema „Licht und Schatten eines Lebes in Luxus“. Das Paradies auf der Erde zu installieren birgt die Konsequenz, die Ränder und Verpackung all der Luxusschablonen dennoch hergestellt und schlussendlich auch entsorgt haben zu müssen. Ein Kontrapunkt zum Schlaraffengedanken, bei dem nur ein weg zu Selbstheiligung im Wohlstand greift – das Ignorieren und Beiseiteräumen, sowohl räumlich als auch gedanklich. So entsteht neben einem Paradies genauso eine Hölle, ein Inferno, ein Inferno des Trash, des Mülls des Abgesagten – das TrashInferno als Gegenpart auf zahllosen Ebenen, ganze Universen voller Höllen werden damit erzeugt, plastisch, virtuell, analog, digital, auf Bildungsstandhöhe, in der Kommunikation. Überall werden Heilsversprechen umgekehrt und produzieren ein unmoralisches Gegenbild zu kleingeistig hehren Zielen.
Dantes Göttliche Komödie bietet dabei die wunderbare Geschichte der Reise durch das Jenseits, in dem der Weg und das Antlitz des Paradieses beschrieben wird. Lerz + Olafson beschreiten den Weg der einer paradisischen Konstruktionssehnsucht der Menschen. Dabei offenbart die göttliche Komödie zeitloses und phantasievolles Material sowie WeltSituationen, die ähnlich wie die Bibel ein Universallexikon menschlicher Beweggründe beherbergt.
Seit 2015 nun sind die beiden Künstler in einem herzlichen Kontakt mit der Deutschen Dante-Gesellschaft, der ältesten deutschen Gesellschaft, die sich um das literarische Erbe und die Forschungen zu Dante Alighieri kümmert. Zudem war die Dante-Gesellschaft Wiesbaden im Frühjahr 2017 zu Gast im Atelierhaus Vogelsgarten mit der Austellung und Performance von Lerz + Olafson.
Nun lud die Deutsche Dantegesellschaft die beiden Künstler nach Frankfurt /M. zur großen Jahrestagung ein, welche immer von einem Event oder eine Ausstellung begleitet wird. TRASHINFERNO reiste nun im Oktober 2017 in die Frankfurter Westend Galerie als Eröffnungsveranstaltung und Impulsgeber für die Jahrestagung der DDG 2017 mit
3-tägigem Aufbau für die Ausstellung inklusive Videoinstallation sowie die Vorbereitung zur Eröffnungsperformance „Purgatorio“ mit großer Akkuratesse und Akribie.

Fotos & Video: Martin Kaufmann (elenasfriends.com)

Veröffentlicht unter Dante

TRASH-LANDING & DANTE’s VISION Feb 2017

TRASH INFERNO (& als Side-up-Projekt: TRASH-LANDING) ist als wachsendes und entwickelndes Modul-Prinzip konzipiert, bestehend aus folgenden ortsangepassten Teilgattungen zusammengestellt wird und während neuer Arbeitsphasen weiterentwickelt wird:

Großobjekte, Gemälde, Video- & Rauminstallationen & Aktionsformen / Performances (Solo oder Ensemble) in

  • PURGATORIO INTERFERENZA 2015/16 – Installation im Stadtmuseum zu Erfurt
  • TRASH-LANDING u.a. im Atelierhaus VOGELSGARTEN 2016/17 – Ausstellung, Installation und Performance für die Dante-Gesellschaft Wiesbaden
  • TRASH.LANDING 2 – 2017- das fallende Paradies Objekt im öffentlichen Raum mit Ausstellung und Performances.

Im September 16 besucht uns die Dantegesellschaft Wiesbaden im Atelierhaus Vogelsgarten. Lerz & Olafson luden ein zu Installationen, Ausstellungen, Performance von C.W.Olafson. 2017 – ebenso : Trash-Inferno außerhalb von Thüringen.


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Purgatorio Interferenza Mai 2016

Die Multimedia-Installation setzt sich mit dem „Purgatorium“ (Fegefeuer) auseinander – in aufstrebenden, nach oben gerichteten und an farbliche Interferenzmuster angelehnte Formen, die dem „bergaufgerichteten Weg der Läuterung am Läuterungsberg“ folgen und in Verwandtschaft mit der Organik des Feuers stehen, schließlich in deren Abstraktion sowohl auf der visuellen als auch auf der auditiven Ebene weiterentwickelt.

Im Zentrum des Gewölbekellers im Stadtmuseum Erfurt quer zum Eingang steht das gemalte Portrait des Dante Alighieri, auf welches man direkt zuläuft. Im rechten Teil des Tonnengewölbes befindet sich das Kernstück der Installation. Sie trägt die Eigenschaften eines altarhaften Triptychons recht und links von der Video- und Filmebene stehen zwei Gemälde – in purpur-interferenten Farbbalken installiert. Die Filmebene besteht aus einer 3-Ebenen-Projektion mit einer Videosequenz, welche durch perforiertes Material auf diese Ebenen projiziert wird und somit interferent auf jeder Ebene abgebildet wird.

Inhaltlich zeigt die Projektion die Formenweiterführung mit menschlichen (weiblichen) Körpern. Interferenzen & Farbbalken erscheinen über Bewegungen menschlicher Körper. Die aufgezeichneten Choreografien befassen sich mit zwei Bewegungsfolgen, die zwischen den Impulsen des „Nachobenstrebens“ der Läuterung und dem versuchten Verdrängenwollens von Gewesenem pendeln. Audiosequenzen erzählen über Sprache italienische Originaltexte des Purgatorio und mischen sich mit Klangteppichen und sphärisch-zugesetztem Rhythmus.